Freitag, 4. August 2017

Sommerausflug in den Wangeliner Garten


Von Juni bis August ist die Hauptzeit der Sommerfeste, doch hatten wir beschlossen, in diesem Jahr kein Vereins-Sommerfest zu feiern, sondern stattdessen gemeinsam einen Ausflug zu unternehmen. Entschieden haben wir uns für den Besuch des großen Kräuter-, Lehr- und Erlebnisgartens in Wangelin. Der „Wangeliner Garten“ ist sicherlich (noch?) nicht so in aller Munde wie das Lübzer Bier, doch bereits seit einiger Zeit weit über die Region Parchim-Lübz-Plau am See hinaus bekannt.

Als wir am Nachmittag in Barnin losfahren, gießt es in Strömen, wie in diesem Sommer so oft. Trotzdem sind wir gut gelaunt, freuen uns auf die gemeinsame Unternehmung. Und die Regentropfen, die in Barnin fallen, die werden uns in Wangelin jedenfalls nicht durchnässen!

Der Garten im kleinen Dorf Wangelin ist eine von mehreren Initiativen des engagierten Fördervereins FAL e.V., dessen etwas sperriger vollständiger Name lautet: „Verein zur Förderung ökologisch-ökonomisch angemessener Lebensverhältnisse südlich des Plauer Sees e.V.“ Die Grundidee, die dahinter steckt? Die dort lebenden Menschen sollen in ihrer Region vor Ort arbeiten und von dieser Arbeit auch angemessen gut leben können.


Lehmbauten sind die bestimmenden Funktionsgebäude im Wangeliner Garten. Dazu gehört auch das Café, in dem wir zuerst einkehren. Die bunten Tische und Stühle draußen auf der Wiese sehen zwar sehr einladend aus, doch leider würde der Regen Kaffee, Tee und Kuchen verwässern. Erst etwas später kommt die Sonne noch einmal zögerlich hervor.




Also schwatzen wir drinnen am großen Tisch und stöbern im Café noch ein bisschen in den Auslagen regionaler Produkte und bei den Büchern. 















Ein paar Sonnenstrahlen brechen durch die Wolkendecke, draußen watschelt eilfertig eine Schar Laufenten vorbei, die im Garten als „Angestellte“ im Bereich der Schneckentilgung tätig sind.


Zunächst erkunden wir den großen begehbaren Maulwurfshügel und folgen dem schmalen Schlängelpfad durchs Weidenlabyrinth, bevor wir fachkundig von Gartenchefin Beate Neumerkel durch den Garten geführt werden.



In der Anlage gibt es thematische Abteilungen wie Bauerngarten, Schmetterlingsgarten, Trickpflanzen, Historische Nutzpflanzen, Duftpflanzengarten, Zauberpflanzen, Heilpflanzen und Naturgarten. 


Gemüse und Kräuter im Bauerngarten


Ebenfalls gibt es ein „Capitulare de villis“. Beim „Capitulare de villis vel curtis imperii“, so der vollständige Name, handelt es sich um die Landgüter-Verordnung von Karl dem Großen, die kurz nach dem Jahr 800 erlassen wurde. Die Klostergärten sollten die vorgegebenen Pflanzen selbst anbauen, für deren Anbau im ganzen Reich sorgen und Kenntnisse über die heilsamen Wirkungen und Anwendungen der Pflanzen verbreiten. (Wer mehr darüber erfahren möchte, kann zum Beispiel diesem Link folgen.)



Die Weberkarde hat einen "kratzigen Kopf" und der viele Regen hat in den stängelumfassenden Achseln der großen Blätter bis zum Rand gefüllte Wasserreservoirs geschaffen.



Prächtige Blätter wie die des Schmuckblatts und bunte Blüten wie die der Taglilien scheinen um die Gunst der Besucher zu werben.



Ob die weißlich-hellvioletten Blüten des Muskatellersalbeis oder der tatsächlich lecker nach frischem Kuchen duftende Kuchenbaum (links im Bildhintergrund) die Sinne stärker betören, ist schwer zu entscheiden.


Viel Interessantes und Wissenswertes gibt es bei der Führung und viel zu entdecken, zu bestaunen, zu schnuppern, zu probieren und zu betasten. Vielfältige Eindrücke und Reize für alle Sinne!



Auch an der Lehmwand mit "Insektenhotel" gibt es Erläuterungen und Tipps von Beate Neumerkel, worauf zu achten ist, damit sich dort Tiere gut ansiedeln können.


Uns hat es sehr gut gefallen im Wangeliner Garten und im Gartencafé, es war ein schöner gemeinsamer Ausflug!



Wer dem Garten bislang noch keinen Besuch abgestattet hat, der sollte das unbedingt einmal tun. Wer neugierig geworden ist, findet auf der Seite des Wangeliner Gartens viele weitere Informationen und Veranstaltungshinweise. Der Wangeliner Garten ist auch für Familien mit Kindern ein interessantes und lohnendes Ziel.









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